Wissen austauschen, Krankheiten früh erkennen, gemeinsam agieren, Produktivität steigern

Qualitätsmanagement in der tierärztlichen Praxis

In der heutigen Zeit, in der das Bewusstsein für regionale Produkte immer stärker wird, ist die Sicherung der Qualität in der Herstellung und der Produktion von Lebensmittel tierischen Ursprungs ein wesentlicher Punkt in der Kundenbindung.

Im Jahr 2005 ist von der EU eine Verordnung erlassen worden, die die lückenlose Rückverfolgbarkeit der Lebensmittel fordert. Eine gesetzliche Pflicht besteht zur Zeit noch nicht, aber die Einführung von QS-Systemen setzt sich auch in der Lebensmittelindustrie immer mehr durch (z.B. QS-Siegel von REWE Group).

Einige Praxen aus unserem Arbeitskreis haben sich daher gemeinsam entschlossen, ein Qualitätsmanagementsystem einzuführen und sich dies auch zertifizieren zu lassen. Wir wollen damit einen Schritt in die Zukunft gehen und uns der gläsernen Produktion in der Herstellung tierischer Lebensmittel anschließen. Zudem ist die Zertifizierung nach dem GVP-Kodex des bpt als ein weiterer Vertrauensfaktor in unsere Tätigkeit zu sehen, da es uns zusätzlich bestätigen wird, dass wir hohe Standards in der Tiermedizin entwickelt haben und halten.

Die Tierärztliche Bestandsbetreuung wird aufgrund der ihr zugehörigen Aufgaben zukünftig zertifiziert sein müssen. Die Lebensmittelsicherheit verlangt in letzter Konsequenz diesen Schritt.

In der jüngeren Vergangenheit sind neben dem betriebswirtschaftlichen Nutzen durch die
Tierärztliche Bestandsbetreuung vermehrt Qualitäts- und Sicherheitsaspekte in den
Vordergrund getreten. Insbesondere die europäische Gesetzgebung hat zu einer Reihe
politischer Forderungen und zu Veränderungen der nationalen gesetzlichen Rahmenbedingungen
geführt. Sowohl die Ausdehnung der erweiterten Produkthaftung auf die
landwirtschaftliche Primärproduktion (RL 1999/34/EG) als auch das so genannte „Stable to
Table Konzept“ (VO EG 178/2002 – sog. „Basisverordnung“) sind in diesem Zusammenhang
von besonderer Bedeutung. Mit letzterem wird das Ziel verfolgt, eine lückenlose
Rückverfolgbarkeit innerhalb von vertikalen Produktionsketten zu gewährleisten und auf
diese Weise eine Qualitätssicherung von Beginn der Urproduktion bis zum Endverbraucher
zu erzielen.
Die Kombination aus „Stable to Table Konzept“ und „Erweiterter Produkthaftung“ erfordert
Qualitätssicherungssysteme für landwirtschaftliche Betriebe. Weitere EU-Vorschriften, wie
das so genannte „EU-Hygiene-Paket“ (Verordnungen [EG] Nr. 852-854/2004) und die „Cross
Compliance“-Bestimmungen (Verordnung [EG] Nr. 1782/2003) kommen hinzu.
Unter diesen und den zukünftig zu erwartenden Rahmenbedingungen für die landwirtschaftliche
Primärproduktion kann die Tierärztliche Bestandsbetreuung sowohl für das
Wohl und die Gesundheit der Tiere als auch für den gesundheitlichen Verbraucherschutz
und für die rechtliche Absicherung des landwirtschaftlichen Betriebsleiters wertvolle Dienste
leisten.
Die Tierärztliche Bestandsbetreuung ist aufgrund ihrer planmäßigen und kontinuierlichen
Erfassung, Analyse und Bewertung der für die Prozesssicherheit und Produktqualität
relevanten Daten ein unverzichtbares Instrument von Qualitätssicherungs- und
Zertifizierungssystemen in der Primärproduktion von Lebensmitteln tierischer Herkunft.


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